Pflege-Qualitäts-Noten

Alle reden von der Altenpflege. Diskutieren wir das Reformkonzept.

Bereits 2015 konnte man, anlässlich der Aussetzung des Bewertungssystems der Pflegeeinrichtung, in der WAZ/NRZ lesen: „Der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann, hält Qualitätsnoten bei der Suche nach einem Heimplatz für Pflegebedürftige für nicht sinnvoll. «Vergessen Sie den heutigen Pflege-TÜV. Zwischenzeitlich ist im Pflegegesetz viel bewegt worden.

Es wurden ab 1.1.2017 fünf Pflegegrade statt der bisherigen drei Pflegestufen eingeführt. Die Einrichtungen mussten ihre Preise im Bereich Pflege vereinheitlichen. Die Politik plant neue Noten erst für Heime 2019 und für ambulante Dienste 2020. Wer soll geschützt werden?

2017 werden Angehörige von über 1,3 Millionen Pflegebedürftige einen ambulanten Pflegedienst oder ein Pflegeheim suchen – so viel wie noch nie. Diese brauchen dringend aussagekräftige, gut verständliche und belastbare Informationen, an denen sie die Qualität von Pflege und Betreuung festmachen und vergleichen können.

Die bisherigen Pflegenoten waren auch unbrauchbar, weil sich Missstände nur für Insider erkennen lassen. Beim Pflege-TÜV werden Heime und Pflegedienste vom Medizinischen Dienst der Kassen geprüft und benotet.

Laut Frankfurter Rundschau vom 6.10.2017, sieht der Geschäftsführer des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK), Peter Pick, künftig voraussichtlich keine Gesamtbewertung der Einrichtungen mit Noten. «Das wird der Komplexität nicht gerecht». Es laufe darauf hinaus, in dem offiziellen Internetportal für den Pflege-TÜV die Informationen übersichtlich darzustellen und zu erläutern.

Aus Sicht des MDK:„Es wird drei Säulen geben: Künftig muss jedes Heim sogenannte Ergebnisindikatoren veröffentlichen. Das kann zum Beispiel der Anteil der Pflegebedürftigen mit Druckgeschwüren sein. Oder Gewichtsverläufe, denn diese können Hinweise auf Probleme bei der Ernährung oder beim Trinken geben. Die zweite Säule sind die Ergebnisse der MDK-Qualitätskontrollen vor Ort. Und die dritte Säule sind konkrete Informationen über die Heime mit Angaben zum Beispiel darüber, welche Freizeit-Angebote es gibt oder ob Haustiere mitgenommen werden können.“

Die Bertelsmann-Stiftung fordert auch Informationen zur Personalausstattung und ähnlich wie bei Hotelportalen persönliche Erlebnisberichte.
„Reformkonzept Verbraucherorientierte Qualitätsberichterstattung in der Pflege“
zum downloaden.

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