Demenz durch OP …

muss nicht sein! Martin Spiwak beschreibt in „Die Zeit Nr. 10 Seite 31f 2016“ anschaulich, wie Patienten durch einen Krankenhausaufenthalt eine Desorientierung erleiden können. Der Zustand starker Verwirrung nach einer Operation, auch temporär, aus der Spur sein, kannten bereits die Römer unter Delirium.

Ärzte und Krankenschwestern sind, zur eigenen Absicherung und Erleichterung notwendiger Entscheidungen, schnell mit der Diagnose „total dement“ dabei und beantragen die Betreuung. Bei Patienten mit chronischen Krankheiten und / oder kognitiver Defizite wirkt sich die Bewusstseinsstörung intensiver aus. Diese Erkenntnis ist nicht neu, doch unter den wirtschaftlichen Vorgaben ist ein Patientenwohl im Zweifel nachrangig. Fernsehdoku-mentationen sind darüber bereits ausgestrahlt.

Es ist unsere Aufgabe als Versicherte, sich im Vorfeld zum eigenen Wohl mit der Gefahr der zeitlichen Desorientierung durch einen schweren Unfall oder anderen Krankenhausaufenthalt auseinander zu setzen. Besonders gefährdet sind ältere Menschen mit vielen Vorerkrankungen und geringen Kraftreserven. Jeder fünfte leidet nach einem  Jahr noch unter Einschränkungen. Schwer wiegt, innerhalb des Jahres an einem „Delir“ zu sterben ist ähnlich groß, wie nach einem Herzinfarkt. Vorsorge jetzt.

Es reicht nicht aus, dass in Krankenhäusern „Demenzbetten“ vorgehalten werden, das Krankenhausteam muss sich auf Demenzkranke speziell eingestellt haben. Hilfe zu leisten in einer Hightech-Umgebung zur Vorbeugung und Begleitung. Zu erkennen, dass dies nicht nur humaner auch wirtschaftlicher sein kann, bedarf einiger Einsicht bei den Verantwortlichen in den Krankenhäusern und in den Pflegeeinrichtungen. Aber auch der Patient und deren Angehörigen sollten sich rechtzeitig vorbereiten und vorsorgen.

Die erste Vorsorge ist die Betreungsvollmacht mit den entsprechenden Verfügungen. Ein weiterer Schritt ist nicht nur das Bewusstsein auch ein öffentlicher Disput und damit ein öffentlicher Druck, dass es zum gelebten Standard von Akutkrankenhäusern gehört, ein Konzept für Patienten über 65 Jahre vorzuhalten und umzusetzen. Die entsprechende Grundlagenforschung ist gegeben, Demenz ist nicht nur eine behandlungsfreie Nebendiagnose.

Wer achtet darauf, wenn nicht wir als mögliche  Betroffenen, dass ältere Sozialrentner menschlich und nicht als Ware behandelt werden.

SR Beitrag in Wir für Euch Heft 75 2/2016 Seite 6

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